Kennst Du “Ei Florentiner Art”? Eine Offenbarung! Und die geht so:

  1. Ei Florentiner Art BenediktEine kross geröstete Brotscheibe, darauf gedünstete Spinatblätter mit einem im Essigsud pochierten Ei, wobei das Eigelb noch sämig sein sollte.
  2. Einen Streifen kross angebratenen Speck unterschieben – muss aber nicht sein. So auch bekannt als “Ei Benedikt”.
  3. Das Ganze mit warmer Sauce Hollandaise überziehen, eine Prise frisch gemahlenen Pfeffer, für die Optik noch etwas Brunnenkresse und fertig.
“Probier doch mal!”

Manche denken: “Nein danke, aber ein profanes 5-Minuten-Ei reicht mir zum Frühstück. Mehr brauche ich nicht, mehr vermisse ich nicht.” – “Probier doch mal!”, raunte mir in solchen Situationen meine Mutter vergnügt zu und setzte einen Gesichtsausdruck auf, den ich sonst nur von der Weihnachtsbescherung kannte.

Kulinarische Verkostungswagnisse habe ich so gut wie nie bereut. Meistens führten sie mich zu leckeren Neuentdeckungen, die maßgeblich meine Begeisterung für gutes Essen und meine Freude am Genießen begründeten.

Ich kenne eine ganze Reihe sehr sympathischer Zeitgenossen, die, wenn wir auf die Frage nach Gott kommen, souverän erklären: “Brauche ich nicht. Vermisse ich nicht. Interessiert mich nicht.” In meinen Ohren klingt das wie jemand, der am Frühstücksbüfett “Ei Florentiner Art” keines Blickes würdigt und in den Korb mit den ganz gewöhnlich gekochten Eiern greift.

Armselige Gottesvorstellungen pulverisiert

Da schwanke ich oft zwischen Sprachlosigkeit und “Probier doch mal!” – bis mir einfällt, dass ich selbst lange zu dieser Brauche-vermisse-interessiert-mich-nicht-Fraktion gehörte. Und ich schließlich jene persönliche Begegnung mit Gott hatte, in der ich einen Tsunami seiner Liebe erfuhr, die meine armseligen Vorstellungen von Gott pulverisierte und alles, wirklich alles auf den Kopf stellte.

Ich begriff schlagartig, dass ich nicht nur bisher an etwas unüberbietbar Essenziellem, Schönem, Wahrem, Genussvollem desinteressiert vorbeigelaufen war, sondern ich tief in mir schon lange, unerkannt bis unterdrückt, nach Gott gesucht hatte. Ich mir über Jahre selbst nicht mehr zugehört hatte!

Lange habe ich mich gefragt, wie man diesen Moment, dieses größte Wunder meines Lebens für Außenstehende, für die Brauche-vermisse-interessiert-mich-nicht-Fraktion verständlich machen kann. Bis ich in einem Restaurant die Werbung einer Brauerei fand, die es auf den Punkt bringt:

“Manchmal weiß man erst, was man sucht, wenn man es gefunden hat.” – Benediktiner Bräu

Mehr am “Abend der Einheit” mit der Frage: “Wie viel ist Gott?”

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