Am “Abend der Wahrheit” zur Frage “Was ist Wahrheit?” illustrieren drei Infografiken, wie glaubwürdig die Bibel und ihre Texte sind. Theologie und Glaube hängen nicht irgendwie in der Luft, sondern haben eine Basis, einen Grund. Nämlich die Offenbarung und danach gemachte Erfahrungen von Zeugen, die weitergegeben und niedergeschrieben wurden. Man spricht von „Überlieferung“.
Der Begriff “Überlieferung” ruft i.d.R. Skepsis auf den Plan:
- Welche Wahrheit können wir von den Offenbarungen der Theologie überhaupt erwarten?
- Was besagt, dass die Offenbarungen bzw. ihre Zeugen vertrauenswürdig sind? Und uns daher etwas Wahres zu sagen haben? Denn ohne Offenbarungswahrheit gibt es keine Aussagewahrheit.
Drei Faktoren für die Relevanz der Texte und ihrer Zeugen
Für die Relevanz der Texte und ihrer Zeugen möchte ich drei Faktoren heranziehen:
- Die Zeitspanne vom Tod der Religionsbegründer bis zur Datierung der ersten Überlieferung und Quelle.
- Das Verhältnis der Religionsbegründer zur Anzahl ihrer Augen- und Ohrenzeugen.
- Die Anzahl und Datierung der uns heute vorliegenden Exemplare der Überlieferungen und Quellen.
Ich gehe am “Abend der Wahrheit” ausführlich auf die Grafiken und die Glaubwürdigkeit der Bibel ein, daher an dieser Stelle nur jeweils einige Sätze.
Zeitspanne Tod Religionsbegründer bis Datierung erster Überlieferung

Im Vergleich zu anderen Weltreligionen
- liegt die erste wichtige, schriftliche Quelle des Christentums, das Markus-Evangelium, für antike Verhältnisse bereits “kurz” nach dem Tod Jesu vor.
- Es ist anzunehmen, dass die mündliche Überlieferung noch während Jesu Lebzeiten einsetzte. Und zumindest teilweise auch verschriftet wurde, nur haben wir dazu bislang keine Funde.
- Es wird aber angenommen, dass Markus solche Texte kannte und sie in seinem Evangelium verarbeitet hat.
Verhältnis Religionsbegründer zur Anzahl ihrer Zeugen

Ich habe mir die Mühe gemacht, zu schätzen, wie viele Menschen Jesus “live” erlebt und zugehört haben könnten, also echte Zeugen seiner Worte waren. Teils liefern die Evangelien selbst konkrete Zahlen, teils kann man aus den Orten und Örtlichkeiten Schlüsse ziehen.
- Ich komme bei Jesus auf ein Verhältnis von rund 1 : 50.000. Das ist für nur drei Jahre öffentliches Wirken beachtlich und solide. Jesus, aber auch Buddha, hätten locker ein Fußballstadion füllen können.
- Hingegen fand das Diktat des Korans durch den Engel Gabriel an Mohammed 1:1, d.h. unter Ausschluss der Öffentlichkeit ohne einen einzigen Zeugen statt. Die beiden hätte sich bequem in einem 2-sitzigen Smart unterreden können.
Anzahl und Datierung vorliegender Überlieferungen

Last but not least geht es um einen Vergleich der Zuverlässigkeit antiker Schriften. Und da ist das Christentum wieder in einer sehr komfortablen Lage:
- Die ersten Textfragmente sind nicht nur kurz nach Jesu Tod entstanden (symbolisiert durch die Höhe der Kalenderblattstapel),
- sie liegen auch in stattlicher Zahl vor: rund 25.000 Exemplare.
- Bei anderen anerkannten Schriften ist die Beleglage deutlich dünner. Aber es käme heute kaum einer auf die Idee, die Glaubwürdigkeit z.B. von “Der gallische Krieg” von Julius Cäsar anzuzweifeln, obgleich nur 10 Exemplare erhalten und sie rund 900-1000 Jahre nach dem Ereignis datiert sind.
Fazit: Wissenschaftlich betrachtet sind die Überlieferung und Zeugen der Bibel im Vergleich zu anderen antiken Schriften und deren Quellen sehr belastbar. Für Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Bibel gibt es wenig Anlass.
Ok, soweit die geschichtliche Wahrheit. Was garantiert die inhaltliche Wahrheit? Wie steht es um die Offenbarungen selbst? Kann ich die für bare Münze nehmen wie z.B.
- Erschaffung der Welt in sechs Tagen?
- Adam und Eva?
- Sprechende Schlange?
Dieser Frage gehe ich in diesem Beitrag nach: “Bibel voller Märchen?”
Titelfoto: Playground AI
