Kennst Du den? Frage: Wie viel Gehirn braucht ein Beamter? Antwort: 10 Prozent. Nein, das ist kein Beamtenwitz. Das ist Wissenschaft: Gibt es Bewusstsein ohne Gehirn? Neurologen haben einen 44-jährigen Beamten per Computertomografie untersucht und staunten nicht schlecht: Ein Gehirn war praktisch nicht vorhanden.

“Das Gehirn selbst (…) war völlig an den Rand des Schädels gedrückt.”

so der Arzt Lionel Feuillet vom Marseiller Krankenhaus La Timone. Der zweifache Vater habe mit durchschnittlichem Intelligenzquotienten (IQ) trotzdem ein normales Leben geführt.

IQ nicht von Gehirnmasse abhängig

Und das ist kein Einzelfall. Der IQ eines Menschen hat weniger mit seiner Gehirnmasse zu tun, als man bislang vermutete. Und schon gar nicht mit dem Bewusstsein. Bewusstsein haben wir auch ganz ohne funktionierendes Gehirn.

  • Ein mir verbürgter Fall: Ein Mann bricht zusammen. Es lassen sich keine Gehirnströme mehr feststellen. Die Ärzte möchten gem. Patientenverfügung alle lebenserhaltenden Maßnahmen beenden. Seine Partnerin wendet sich ein letztes Mal an die besten Ärzte der Stadt. Sie untersuchen den Mann und schütteln die Köpfe: da ist nichts mehr zu machen. Seine Partnerin gibt ihn nicht auf – und es geschieht das Wunder: nach 4 Wochen schlägt der Mann die Augen wieder auf und sein Bewusstsein kehrt zurück. Jetzt frage ich Dich: Wo war sein Bewusstsein wochenlang?
  • Blinde mit Nahtoderfahrung berichten, dass sie währenddessen wieder Sehvermögen hatten. Patienten berichten außerdem von Schmerzfreiheit, was auf eine Abtrennung des Bewusstseins vom neuronalen Schmerzzentrum hindeutet.
  • Die Außerkörpererfahrungen von Meditierenden belegen, dass Bewusstsein jederzeit auch außerhalb unseres Gehirns bzw. Körpers stattfinden kann.
  • Mystiker berichten von Gebetserfahrungen, bei denen sie das Bewusstsein anderer Menschen gespürt, ja kurzzeitig zu ihrem eignen wurde (Thérèse von Lisieux, Marthe Robin u.a.m.).
  • Jesus bewegt sein Bewusstsein auf Kommando: “Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!” (Lk 23,46), worauf er verstirbt.
  • Man hat das Gehirn bis in den letzten Winkel “kartografiert”. Der neuronale “Ort” von Bewusstsein wurde nicht gefunden. Atomar besteht unser Gehirn zu 99,9999 % aus Nichts.
Gehirn als Sender-Empfänger-Einheit

Es wird daher ernsthaft die These vertreten, dass das Gehirn eine biologische Sender-Empfänger-Einheit ist. Mit ihr interpretiert und koordiniert unser Bewusstsein das “in-der-Welt-sein” sinnlich, vernünftig und emotional. Anders gesagt: Unser Bewusstsein ist nicht unser Gehirn, sondern es benutzt es. Unser Gehirn ist mit unserem Bewusstsein verbunden wie ein Computer mit einem WLAN.

Einige Neurowissenschaftler nehmen sogar an, dass unser Bewusstsein eine “Ausstülpung” eines Überbewusstseins ist. Was mich an dieser Vorstellung fasziniert, ist, dass sie nicht neu, sondern schon sehr alt ist: Sie entspricht dem hinduistischen Konzept von Brahman als Weltgeist und Atman als individuelle inkarnische Ausstülpungen.

Biblischer Befund

Und sie entspricht dem biblischen Befund. An mehreren Stellen (Joh 14,20; 15,4ff; 1Kor 1,30) heißt es, dass Jesus “in uns” ist, wie “wir in ihm sind”. Das Gleichnis vom Weinstock und den Reben ähnelt der hinduistische Vorstellung sogar räumlich:

“Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht (…).” (Joh 15,5)

Glaubst Du, dass Gott in bzw. an unserem Leid mitleidet?

These vom mitleidenden Gott

Die Bibel bezeichnet das Herz als Wohnstätte Gottes. Im Hebräischen ist das Herz weniger Sitz von Gefühlen, vielmehr ist es der Ort des Denkens und Wollens, des Bewusstseins! Gott “wohnt” also im Bewusstsein des Menschen. Wenn menschlicher Geist und Gottes Geist in welcher Weise auch immer eine Verbindung bis Überlappung aufweisen, stimmt die These vom mitleidenden Gott, der andauernden Gottespassion. Bemerkungen wie

„Was ihr getan habt meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)

ergeben dann Sinn.

Es gibt dann keinen Grund, warum z.B. ein Schmerzerlebnis nicht über unser Bewusstsein hinaus bis auf ein Überbewusstsein namens Gott reichen könnte. Mir zugefügtes Leid, aber auch Gutes wirken dann nicht nur auf mein Bewusstsein, sondern weiter bis zu Gott. Nicht “ich habe Schmerzen”, sondern “wir haben Schmerzen”! Gott bzw. Jesus leidet mit, steht mit dem Menschen in ständiger Leidensgemeinschaft.

Gott nimmt Leid persönlich

Der Theologe Johannes Hartl wurde in einem Interview zur Totgeburt seines zweiten Kindes gefragt:

“Du hast zu Gott geschrien?” – “Nein. Ich habe mit ihm geschrien!”

Als Jesu Freund Lazarus starb, wird berichtet, dass Jesus bei seiner Ankunft in der Trauergemeinde geweint hat. Über Lazarus? Nein, das ergibt keinen Sinn, denn Jesus wusste ja bereits, dass Lazarus in der gleichen Stunde auferstehen würde. Nein, Jesus wird vom tiefen Schmerz und der Verzweiflung der Angehörigen, von Maria und Martha überwältigt. Ihr Leid ist nun auch sein Leid.

Gott nimmt das Leid seiner Kinder total persönlich. Das erfuhr Paulus bei seiner fanatischen Verfolgung der ersten Christen, der Jesus Einhalt gebot mit der Frage:

“Warum verfolgst du mich?” (Apg 9,4)

Gott schaut sich offensichtlich Leid nicht entrückt und distanziert an, sondern ist im Leid gegenwärtig, teilnehmend!

Titelbild: Wallpapersafari

Mehr am “Abend der Dunkelheit” mit der Frage: “Warum das Leid?”

Warum das Leid?

Wir haben keine Ahnung, wer Du bist.

Und das finden wir großartig: Kein Tracking, keine Cookies, keine nervigen Pop-ups. Nur Du und wir. Gib doch ein paar Sterne, wenn Dir der Beitrag gefallen hat.

Schade, dass der Beitrag für Dich nicht interessant war!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?