Bis 2021 gab es im London Film Museum die Sonderausstellung “Bond in Motion”. Es erwartete den Besucher eine liebevoll zusammengetragene Sammlung von Devotionalien und Requisiten aus allen James-Bond-Filmen. Unter anderem die spektakulär getunten Autos, die auf der Leinwand regelmäßig als Schrott enden. Dort standen sie plötzlich ohne den geringsten Kratzer und zum Anfassen. Wenn “Q” das wüsste!

Kann ein Pass lügen?

James Bond gibt es wirklich

Eine Ikone fehlte leider: der legendäre Wodka-Martini. Umso mehr überraschte die Besucher dieses Ausstellungsstück: der Pass von Mr. Bond. Eingesteckt in ein Ledermäppchen, lag er so real da, als wäre vor zwei Minuten James Bond noch selbst da gewesen und hätte ihn vergessen. Man mochte fast nachrufen: “Mr. Bo-ond! Ihr Pass, Sie haben Ihren Pass vergessen!” Die Grenze zwischen Realität und Fiktion, Besucher und Kunstfigur löste sich auf. Ich verrate Dir jetzt ein Geheimnis: James Bond gibt es wirklich! Ich habe seinen Pass gesehen. Kann sein Pass lügen?

Reale Existenz feststellen

Ob und wie eine Person existiert, lässt sich am sichersten empirisch feststellen. Durch Erfahrung, durch unmittelbare Begegnung mit ihr. Überraschung: ausgerechnet bei einem der sperrigsten Themen der Theologie, der Dreifaltigkeit (“Trinität”) Gottes ist das der Fall und Anspruch.

Die empirische Erfahrung des Pfingstereignisses als völlig neue Innenschau Gottes zwang die Jünger Jesu und die christliche Gemeinde zu einer Revision ihrer Gottesvorstellung:

  1. Da war die Begegnung als Gottvater, den Israel schon lange kannte, mit dem es seine Geschichte begonnen hatte.
  2. Dann tauchte sehr real erfahrbar ein Mann namens Jesus auf, der nach allem, was sie von ihm gehört und erlebt hatten, göttlichen Ursprungs, d.h. Gottessohn sein musste.
  3. Und schließlich kommt zu Pfingsten ein ebenso erfahrbarer Wind, ein Brausen mit Feuerzungen vom Himmel, das alle Anwesenden in eine Art Trance, einen Zustand höchster Verzückung versetzte: Gottesgeist.
Wissenschaftlicher Deutungsprozess

Das rief nach Deutung, nach einer neuen Ordnung. Und die Dreifaltigkeit aus Vater, Sohn und Geist war und ist bis heute schlicht und doch ergreifend die passendste Deutung, die den frühen Christen eingefallen ist. Und weißt Du, wie man einen solchen Prozess nennt? Wissenschaft! Ja, die Trinität ist im Wesentlichen Ergebnis des typischen, wissenschaftlichen Prozesses aus

  1. Beobachtung (hier: Begegnung, Erfahrung),
  2. Frage,
  3. Hypothese und deren
  4. Überprüfung.

Dreifaltigkeit Gottes vernünftig

Dreifaltigkeit beste Hypothese

Die Dreifaltigkeit ist also vor allem eine Erkenntnis aus Vernunft, d.h. nicht widervernünftig, wie oft unterstellt. Man hat die Phänomene Gottes betrachtet und überlegt, wie das zusammenpasst. Und dazu die Dreifaltigkeit als Hypothese aufgestellt als die bis heute beste Erklärung für die Phänomene.

Und bis heute nicht widerlegt, sondern im praktischen Glauben von Milliarden Christen bewährt. Die Dreifaltigkeit führt uns eindrucksvoll vor, dass wir Gott auch kraft unseres Verstandes erkennen und lieben können, ja sollen. Christentum meint nicht, sich blind auf Gottes Pass alias Bibel zu stützen. Gott bietet Dir seine Freundschaft an, fordert Dich auf, ihn “anzufassen”, d.h. Dich auf reale Begegnung gefasst zu machen: als Vater, als Sohn, als Geist.

Titelfoto: Lampros Liosatos

Mehr am “Abend der Einheit” mit der Frage: “Wie viel ist Gott?”

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