Was ist der Nutzen des Christentums? In diesen Tagen kommt die gespenstische Erinnerung an jenen Badeort in der Bucht von Thessaloniki hoch, in den sich 2015 unsere kleine Pilgergruppe vom Berg Athos verirrt hatte und auf ihren Rückflug wartete. Eine Brise hatte über Nacht Tonnen von Wohlstandsmüll an den schmalen Strand gespült und die kalte Luft kündigte unmissverständlich den Herbst an.

Aufgebot an Habseligkeiten mit Heizwert

Ein seltsamer Nebel begleitet von beißendem Brandgeruch waberte durch die fast menschenleeren Straßen. Vor den Häusern entdeckte ich säuberlich aufgeschichtete Holzscheite, während aus den Schornsteinen dunkler Rauch quoll.

Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass es sich bei den Scheiten um zerlegte bis zersägte Holzmöbel handelte, die die Bevölkerung für ein paar Grad Wärme oder eine heiße Mahlzeit verfeuerte: Unter dem Aufgebot letzter Habseligkeiten mit Heizwert stemmte sich vor meinen Augen die einstige Hochkultur und geistige Wiege Europas gegen eine existenzielle Krise.

Harte Landung aller Zeiten

Es sieht so aus, als würde sich diesmal ein paar Breitengrade nördlicher die Geschichte wiederholen. Der scheinbar nie enden wollende wirtschaftliche und moralische Höhenflug des

“besten Deutschlands aller Zeiten” (Frank-Walter Steinmeier)

erlebt eine harte Landung. Mit skurrilen Auswüchsen. So stieß ich kürzlich auf eine Diskussion über den Heizwert einer kompletten Brockhaus-Ausgabe. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los: Welchen Heizwert mag eine Bibelausgabe haben? Ungefähr 4,2 kWh pro Kilo, das ist etwas weniger als Stroh …

Was ist der Nutzen des Christentums? Ich räume ein, dass ich mit dem Titelbild zu diesem Blog-Beitrag Skrupel hatte: Eine brennende Bibel kann religiöse Gefühle verletzen. Sie berührt ein Tabu, das im Islam zu Aufständen und Toten führt.

Aber lass uns doch mal ganz ehrlich sein: Texte, die in diesem Land immer weniger kennen, die meisten weder lesen noch Vertrauen schenken, haben bestenfalls einen nostalgischen oder sentimentalen, wenn nicht gar nur noch materiellen Wert: 4,2 kWh pro Kilo. Sind eher Ersatz für das kaum mehr bezahlbare Holz oder Ethanol in der Prepper-Kiste, wie sie der Autor dieser Zeilen für einen möglichen Blackout angelegt hat.

Dynamit in Deinem Buchregal

Ich kenne einen Redner und Unternehmensberater, der sich “Feuermacher” nennt. Er versteht darunter,

  • Mutlosigkeit mit dem Feuer neuer Hoffnung und Motivation zu vertreiben.
  • Für etwas zu brennen, statt selbst zu verbrennen.

Dieser Feuermacher ist Christ. Er folgt darin schlicht und ergreifend der Person und ihrer zentralen Idee, von der die biblischen Schriften zeugen: Jesus von Nazareth und das “Reich Gottes”.

“Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer zu entfachen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!” (Mt 10,34)

Was ist das eigentlich, dieses “Reich Gottes”? Hier nur soviel: Es ist ein gesellschaftlicher Gegenentwurf, der viel mehr als warme Gefühle, eine wohltätige Ethik und seit 2000 Jahren Zank unter Theologen bietet. Er ist, um es vorsichtig zu sagen – Dynamit.

“Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit so um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist – sonst weiter nichts.” (Gandhi)

Liest Du in der Bibel?

Was hast Du davon?

Was ist der Nutzen des Christentums? Für mich ist Religion ohne praktischen Nutzen für unsere weltlichen Probleme heiße Luft, die nur kurzzeitig und abstrakt wärmt. Jesus ist gekommen, um die Welt zu reparieren, aber zuerst um Dich und mich selbst zu reparieren. Deshalb richten wir in der Catech’eria den Blick ohne utilitaristische Engführung immer wieder auf die Frage nach dem Nutzen:

  • Was hast Du vom “Reich Gottes”?
  • Wie kann es Dir hier und heute in der Krise helfen?

“Ich bin gekommen, um die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden.” (frei nach Mk 1,38)

Wenn Gott bereit war, dafür Mensch zu werden und in der Person von Jesus sein Leben zu geben, sollten wir dieses Reich Gottes einer religionsphilosophischen, d.h. rationalen Prüfung unterziehen und ihm etwas zutrauen.

Denn ob dieses Reich als Fiktion (weiter?) im Regal verstaubt, ja vielleicht notgedrungen als Bibel im Ofen brennt oder sein Feuer

  • Dich selbst,
  • Deine Umstände,
  • dieses Land

verändert – das liegt an Dir. Herzliche Einladung zum “Abend der Reinheit” über Jesus, den Juden und sein “Reich Gottes“.

Foto: Dreamstime

Mehr am “Abend der Reinheit” mit der Frage: “Was wollte Jesus wirklich?”

Was wollte Jesus wirklich?

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