Wie ausgeprägt ist Dein Schönheitssinn? Woher kommt Dein Schönheitssinn? Drei einfache Tests liefern Dir Indizien. Schau Dir die drei nachfolgenden Bildpaare an und entscheide, welches das jeweilige Original ist. Die Auflösungen findest Du am Ende der Seite. Tipp: Nicht lange überlegen, sondern spontan entscheiden.
Meine These ist, dass die meisten Betrachter die Originale erkennen, was als Indiz für deren Schönheitssinn gilt. Wenn Du Dein Votum über die Auswahlboxen machst, bekommst Du eine interessante Auswertung zum Trend. Und hoffentlich eine Bestätigung meiner These…
Teste Deinen Schönheitssinn
Der erste Test betrifft die Schönheit von Proportionen.

Im zweiten Test geht es um die Schönheit von Komposition: Du brauchst nur auf die beiden Palmen zu achten!

Im dritten Test geht es um die Schönheit von Farben: Du brauchst nur auf die Krawatte zu achten!

Warum die Originale nach formal-ästhetischen Kriterien als “schön” gelten, verrate ich am “Abend der Schönheit”. Dort mache ich denselben Test mit den Gästen. Er führt an spannende Fragen heran:
- Woher kommt der Schönheitssinn?
- Ist der Schönheitssinn angeboren oder erlernt?
- Ist der Schönheitssinn ein rein innerweltliches Phänomen oder außerweltlichen (transzendenten) Ursprungs?
Trick der Evolution?
Eine verbreitete These ist, dass der Schönheitssinn evolutiv begründet ist. Er als angeborenes, innerweltliches Phänomen eher praktischen Nutzen hat oder hatte, z.B. zur
- Anlockung von Geschlechtspartnern,
- Erkennung von Artgenossen,
- Warnung vor Gefahr.
Für Vertreter dieser These sind romantische Gefühle zweitrangig. Aber eben diese Gefühle begründen Zweifel. Alexander Gerst war 2018 unser Mann auf der ISS. Aus dem All schaute er auf die Erde und war überwältigt von ihrer Schönheit. So wie alle Astronauten, die in den Genuss dieser Perspektive kamen:
“Wenn wir auf die Erde aus dem Weltraum herabschauen, sehen wir diesen erstaunlichen, unbeschreibbar schönen Planeten (…).” – Ronald John Garan, US-Astronaut auf der ISS
“Es ist so unfassbar schön, dass man eigentlich neue Wörter bräuchte, die das beschreiben können. Man ist überwältigt.” – Leland Devon Melvin, US-Astronaut zweier Shuttle-Missionen
Der “Overview-Effect”
Das Phänomen bekam 1987 im gleichnamigen Buch und Doku den Namen “Overview-Effect”.
Auch der Schweizer Psychiater C. G. Jung durfte aus der Allperspektive über die Schönheit der Erde staunen. Und zwar bei einer Nahtoderfahrung 1944, rund 20 Jahre vor Beginn der bemannten Raumfahrt:
“Weit unter mir sah ich die Erdkugel in herrlich blaues Licht getaucht. Ich sah das tiefblaue Meer und die Kontinente. (…) Ihre Konturen schimmerten silbern durch das wunderbare blaue Licht.” – C. G. Jung
Wie sollen diese Empfindungen von Schönheit beim Anblick der Erde aus dem All evolutiv erklärt werden? Der Mensch fliegt ja nicht seit Millionen Jahren ins All, sodass die Evolution aus der Empfindung von Schönheit beim Anblick unseres Planeten einen Vorteil hätte verschaffen können. Nein, dafür hatte sie nicht genug Zeit, denn die bemannte Raumfahrt begann erst 1961. Es bleibt spannend, wir müssen reden…
Auflösung: B, B, A
Titelfoto: NASA/Apollo 17
