Ein Restaurantbesuch ist teuer(er) geworden. Sei also wählerisch. Man sagt mir nach, ich habe einen “Riecher” für Orte, an denen gut gekocht wird. Hier meine neun Tipps zur Restaurantsuche.
1. Vergiss Bewertungen im Internet
Lass es mich offen sagen: Die beliebten Bewertungen auf Google, Tripadvisor & Co. kommen oft von Gästen, die nicht den Unterschied zwischen einem Wiener Schnitzel und einem Schnitzel nach Wiener Art kennen. Und dann mit einem Ouzo oder Grappa aufs Haus zur Bewertung “eingeladen” werden. So kreisen Lob und Kritik meist um Portionsgrößen oder Parkplätze vor dem Haus. Kommen wir also gleich zu Punkt 2.
2. Empfehlungen Einheimischer
Tipps zur Restaurantsuche können auch von Einheimischen kommen. Ihnen zu folgen, kann zu wahren Perlen führen – oder auch zur totalen Ernüchterung. Es hängt ganz davon ab, welchen Stellenwert Genuss in der jeweiligen Region hat.
3. Außenseiter und Mauerblümchen
Restaurants in attraktiver Lage oder mit schöner Aussicht brauchen sich nicht mehr sonderlich anzustrengen: deren Gäste kommen ohnehin. Da muss sich der Gastronom in der Seitenstraße schon mehr ins Zeug werfen. Gib daher Außenseitern und Mauerblümchen in weniger attraktiven Lagen eine Chance. Es kann sich lohnen.
4. Angebot eines Tagesgerichtes
Ein Gericht des Tages oder der Woche sind meistens frischer, sofern saisonal. Es kommt schneller auf den Tisch, da der Koch mit vielen Bestellungen rechnet und entsprechend vorbereitet ist. Angesichts dessen kann der Gastronom auch günstiger einkaufen und kalkulieren. Zugreifen!
5. Kein PPB auf der Karte
Nein, PPB ist kein fieser Zusatzstoff. PPB steht für “Pasta, Pizza, Burger” und ist, wenn man nicht explizit in einer Pizzeria oder einem Schnellrestaurant sitzt, verdächtig. Hat der Koch keine anderen überzeugenden Gerichte zu bieten? Möchte er sich dem Zeitgeist anbiedern? Und wenn schon PPB, dann bitte innovativ, kreativ, anders.
6. Regionale Küche
Es geht ja in Ordnung, wenn man stets auf die gleichen Kindergerichte stößt. Aber wenn Du auch beim restlichen Angebot ein Déjà-vu nach dem anderen hast, solltest Du die Flucht ergreifen. Hier erwartet Dich gepflegte Langweile. Jede Region hat ihre eigene Küche und Produkte. Ein guter Koch kocht mit, nicht ohne die Region. Und interpretiert sie individuell bis originell. Das gilt auch für die Getränkekarte: Lokale Craft-Biere zum Beispiel sind allemal interessanter, helfen heimischen Produzenten und dem Gastronomen, den Biermonopolisten mit den üblichen Verdächtigen zu widerstehen.
7. Übersichtliche Speisekarte
Je übersichtlicher die Speisekarte, desto besser. Weder hat der Gast Lust, sich durch Dutzende Gerichte oder wie beim Chinesen durch gefühlt 100 Varianten zu quälen. Noch zeugt eine erschlagende Auswahl von Kochtalent. Ein Koch kann all die benötigten Zutaten gar nicht kostendeckend vorhalten und frisch verarbeiten. Bei seitenlangen Speisekarten kann etwas nicht stimmen.
8. Qualifizierte Bedienung
Frage die Bedienung, was sie empfehlen kann. Oder was sie selbst wählen würde. Ich frage gerne auch mal z.B. ob aus der Region, auf welche Weise zubereitet etc. Je genauer und leidenschaftlicher die Antwort ausfällt, desto eher herrscht auch in der Küche Leidenschaft. “Keine Ahnung!” ist allerdings Grund zur Besorgnis.
9. Teller anderer Gäste
Helfen mir die bisherigen Tipps zur Restaurantsuche nicht weiter, scheue ich mich nicht, einen diskreten Blick auf die Teller anderer Gäste zu werfen. Oder frage die Bedienung, was die Gäste an diesem oder jenen Tisch gerade essen.
Soweit meine Tipps zur Restaurantsuche, die mich zu vielen Schmankerln führten. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Und im Weiteren meine ich es mit einem Augenzwinkern und in Anerkennung all der Menschen, die sich den Knochenjob “Gastronomie” heute noch aufhalsen. Ohne Euch wäre die Welt fade!