Die Große Strafkammer Schwurgericht am “Gerichtshof der Vernunft” (Kant) lädt zur Hauptverhandlung “Menschheit gegen Gott” ein. Einziger Punkt der Anklage Gottes ist das Leid in der Welt:

“Die Anwaltschaft der Menschheit legt aufgrund ihrer Ermittlungen dem Angeklagten, Gott, folgende Sachverhalte zur Last:

Bei Schöpfung der Welt und Schaffung des Menschen sind dem Angeklagten schwerwiegende Planungs- und Organisationsfehler unterlaufen.

  1. Im Garten Eden war die Gefahrenstelle des Baumes der Erkenntnis und dessen Früchte unzureichend gesichert. Der Sündenfall, aus dem sich nach christlichem Verständnis die Erbsünde und damit alles Leid ableitet, wäre vermeidbar gewesen, wenn der Angeklagte als allmächtiger und dem Menschenwohl verpflichteter Vater nicht seine Aufsichtspflicht verletzt hätte.
  2. Besonders schwer wiegt dabei, dass der Angeklagte Beihilfe durch einen ehemaligen Mitarbeiter namens Schlange alias Satan duldete und dessen konsequente Strafverfolgung und Verhaftung bis heute vereitelt bzw. auf ein nicht weiter terminiertes, künftiges Weltgericht vertagt hat.
  3. Die weiteren Anlässe, zu denen der Angeklagte im Alten Testament schweres Leid zu verantworten hat, sind so zahlreich, dass hier nur einer beispielhaft aufgezählt werden kann, der es zu besonderer Popularität gebracht hat: Unmoralischer Wettbetrieb, bei dem der Angeklagte schwerstes Leid eines Unschuldigen namens Hiob nebst zahlreichen Todesopfern billigend in Kauf nahm (Buch Hiob).
  4. In seiner Menschwerdung als „Jesus von Nazareth“ wirft die Anwaltschaft vorsätzlich verzögerte bis ganz unterlassene Hilfeleistung mit Leidensfolge in mehrfachen Fällen vor.
  5. Der Angeklagte wird beschuldigt, gegenüber seiner irdischen Repräsentanz und Stellvertretung namens Kirche seine Aufsichtspflicht als Dienstherr verletzt zu haben. Die Folge waren Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung, Reformationskriege, Kindesmissbrauch.
  6. Der Angeklagte wird beschuldigt, gegenüber der Schöpfung seine Aufsichtspflicht vernachlässigt zu haben. Die Folgen sind Naturkatastrophen, Hungersnöte, Kriege, Pandemien, Krankheiten, Tragödien.

Die Welt war und ist voller Leid. Der Angeklagte behauptet, er sei

  • liebend,
  • allmächtig und
  • allgegenwärtig.

Die Frage ist daher: Wie rechtfertigt der Angeklagte, dass es trotzdem so viel Leid gibt? Warum das Leid? Diese Frage der Fragen nennt man „Theodizee“, die Frage nach der Rechtfertigung Gottes. Immanuel Kant hat gesagt: Die Theodizee ist ein “Rechtshandel (mit Gott) vor dem Gerichtshof der Vernunft”. Heute erhebt die Menschheit Anklage gegen Gott vor diesem Gerichtshof!”

Du bist eingeladen, Dich bei der Anklage Gottes als Schöffe zu beteiligen. Beurteile den Sachverhalt, stelle Fragen, nutze Dein Stimmrecht in der Urteilsfindung!

Findest Du, dass das Leid der "Fels des Atheismus" ist?

Als Zeugen der Anklage sind vorgeladen:

  • Hiob aus Uz,
  • Judas aus Karioth,
  • Paulus aus Tarsus.

Die Verteidigung hat zur Anklage Gottes Sachverständige aus Humanwissenschaften, Philosophie und Theologie geladen. Nach den Schlussplädoyers geht das letzte Wort an den Angeklagten, der seine Anwesenheit zugesichert hat. Es wird spannend …

In den Verhandlungspausen erwartet Dich ein Whisky-Tasting. Oder ein Portwein-Tasting, falls Du Whisky nicht magst. In jedem Falle erlebst Du Spirit im wahrsten Sinne. Du wirst in die faszinierende wie auch dunkle Welt des Whiskys bzw. Portweins geführt, in der Leid und Glück sich unmittelbar begegnen. Jetzt auch als komplett alkoholfreie Variante mit Aperitif-Essigen und Hydrolat.

Foto: Adobe Stock

Mehr am “Abend der Dunkelheit” mit der Frage: “Warum das Leid?”

Warum das Leid?

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