Ich hab’ ‘nen Puff und meine Puffmama heißt Layla
Sie ist schöner, jünger, geiler
La-la-la-la-la-la-la-Layla
La-la-la-la
Die erstaunliche Aufregung um den Layla-Song brachte mich auf die Frage: Sind Pornografie und Prostitution eigentlich nur ein moralisches Problem? Nein, Pornografie und Prostitution rütteln an der gesamten Grundbestimmung des Menschen.
Und sie berühren einige Problemkreise mehr. Z.B. die von Sexismus, Missbrauch, Menschenhandel. Humanwissenschaftlich liefert allen voran die Neurowissenschaft warnende Erkenntnisse, wie Pornografie das Gehirn nachhaltig verändert. Es lohnt hier ein Blick in die vielfältigen Publikationen.
Was ich aus religionsphilosophischer Sicht und in Gesprächen mit Betroffenen oft vermisse, sind Aspekte der Anthropologie, d.h. der Frage, wer oder was denn der Mensch ist, für Christen vor allem als Geschöpf Gottes? Pornografie und Prostitution betreffen ja unmittelbar dieses Menschsein, sowohl das der Anbieter als auch der Konsumenten.
Geschöpf und Abbild Gottes
Ein kurzer Exkurs in christlicher Anthropologie:
- Nach christlichem Verständnis bist Du als Mensch ein Geschöpf und Abbild Gottes.
- Daraus leitet sich Deine Würde und die Unverletzlichkeit Deines Lebens ab.
- Du bist als Gegenüber, d.h. in Beziehung zu Gott gedacht.
- Kennzeichen und Befähigung zu dieser Gottesbeziehung ist Dein Geist.
- Die Behausung dieses Geistes und somit Träger göttlichen Lichtes ist Dein Leib.
- So wie Du Deine Existenz nicht Dir selbst, sondern der Gnade Gottes verdankst, so bist Du über Deinen Leib (wie auch die übrige Schöpfung) nur als Besitzer, als Verwalter eingesetzt und verantwortlich, nicht aber als dessen Eigentümer. “Ich kann mit meinem Leib machen, was ich will.” stimmt einfach nicht. Sorry.
- Da Dein Leib und Geist in hohem Maße miteinander verschränkt sind, fällt Dir in Deiner Sorge und Achtung für Deinen Leib eine besondere Verantwortung zu. Der leibliche Selbstumgang korreliert mit dem geistlichen und umgekehrt. Also sei nett zu Dir.
Erstes Layla-Dilemma
Das erste Layla-Dilemma betrifft Pornografiedarsteller und Prostituierte. Bei Ihnen wird gleicherweise der oben beschriebene Zweck und die Bestimmung ihrer Leiblichkeit missachtet, ja verdreht: Ihr Leib wird von seiner Berufung als Subjekt, als Geistträger zur Gottesansprache auf eine simple Objektfunktion degradiert und sein inneres Licht verschattet bis ausgelöscht. Ihr Leib dient im Wesentlichen nur zur Erzeugung von rein leiblicher Lust, Erregung und Befriedigung.
Das dürfte dem Eigentümer, und damit ist kein rücksichtsloser Zuhälter gemeint, nicht gefallen – wünscht er sich doch sehr, dass jeder seinen Leib würdig, liebevoll behandelt und pflegt. Dass der Leib zum Resonanzraum von Gebet und Lobpreis wird.
Zweites Layla-Dilemma
Das zweite Layla-Dilemma setzt auf das erste auf und betrifft den Konsumenten von Pornografie und Prostitution. Denn mit seinem Konsum fördert und billigt er stillschweigend bis lustvoll das Dilemma der Darsteller bzw. Anbieter. Konsumenten wie Freier stellen jenen “Bedarf” dar, an den sich Pornografie und Prostitution adressieren und einrichten. Der Konsum lässt sich niemals vom ersten Layla-Dilemma ablösen, sondern ist dessen Verursacher.
Für einen Christen kann das Layla-Dilemma in einer besonders bitteren Erkenntnis gipfeln: Als Konsument missachtet und misshandelt er seinen eigenen Leib in gleicher Weise, wie es die Anbieter vor seinen Augen tun. Dass er als Mensch wissentlich bis vorsätzlich Lust und Erregung aus der Selbstentgrenzung und dem Sturz seines Mitmenschen (!) aus der beschriebenen Schöpfungsordnung sowie -bestimmung Gottes bezieht, und das auch noch unter Gottes Augen – das alles erscheint mir als fatale Selbst- und Fremdentwürdigung. Die umso tragischer ist, als dass beide Seiten denselben Leibeigentümer haben: ihren Schöpfer, Gott.
Seelsorgerischer Rat
Die Themen Pornografie und Prostitution sind komplexer, als ich es hier anreißen kann. Und vornehmlich aus philosophischer Sicht fassen kann. Aber vor allem wir Männer lieben ja die Vernunft. Vielleicht helfen Dir als Mann die o.g. Einsichten. Sie schmerzen, aber sie sind wahr.
Die Wahrheit macht Dich frei. Je eher und tiefer Du diese beiden Dilemma und Deine Rolle darin durchschaust, desto mehr kann Dich Erbarmen ergreifen. Über die vielen Laylas vor den Kameras und in den Puffs, aber auch über Dich selbst. Komm mit diesem Erbarmen zu Jesus, zu Gott, zu Deinem Schöpfer. Seine Gnade ist immer größer als Du denkst.
Foto: Tara Pearson, Boob Cupcake
